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Tansania

In Tansania lebt ein Großteil der Bevölkerung trotz Fortschritten in der Vergangenheit nach wie vor unterhalb der Armutsgrenze unter schwierigen Bedingungen. Unsere Brüder und Schwestern der KMT (Kanisa La Mennonite Tanzania) stellen sich dieser Aufgabe mit Gemeindeentwicklung und sozialer Arbeit in vielschichtiger Weise. Insbesondere engagieren sie sich, damit Arme und Benachteiligte Zugang zu Bildung und sauberem Trinkwasser erhalten. Wir arbeiten seit einigen Jahren eng und vertrauensvoll mit Geschwistern in zwei Diözesen zusammen: der Northern Diocese mit dem Zentrum Arusha sowie der Eastern Diocese mit Sitz in der Hauptstadt Dar es Salaam. Im Oktober 2010 waren wir bei einer landesweiten Konferenz vertreten, die zum Ziel hatte, sich im Sinne eines Netzwerkes („mennonite family“) näher kennen zu lernen und die Strategien der mennonitischen Kirche Tansanias und ihrer Glieder (neun Diözesen) sowie einiger ausländischer mennonitischer Partnerorganisationen (u.a. MCC, Eastern Mennonite Mission, MH und dWW aus den Niederlanden) vorzustellen und abzustimmen. Wir haben bekräftigt, dass wir den eingeschlagenen Weg mit dem Fokus auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden der o.g. zwei Diözesen fortsetzen möchten.  

Newland

In Newland (Dorf in der Nähe von Moshi; ca. 2 Stunden Autofahrt von der Mennonitengemeinde Arusha entfernt) sind auch seit 2006 jedes Jahr CD-Freiwillige in der Vorschule der Gemeinde engagiert. Im August 2010 hatten Vertreter des MH die Möglichkeit, die dortigen Projektpartner zu besuchen und konnten sich selbst von den Fortschritten des Elektrifizierungsprojektes überzeugen. Wir sind dankbar, dass wir die dortige Gastfreundschaft erleben durften. Neben wertvollen Gesprächen in Dar Es Salaam, Arusha und Newland konnten wir auch andere Gemeinde besuchen und uns einen Überblick über eventuelle Projektpartner in den nächsten Jahren verschaffen. In Newland sollen das Gemeindegelände und eine Hochleistungspumpe an das Stromnetz angeschlossen werden. Die Hochleistungspumpe wird zur Bewässerung der an das Gemeindegelände angrenzenden Felder dienen. Dadurch können statt einer Ernte drei Ernten pro Jahr erwirtschaftet werden. Der Gewinn soll zunächst die Stromkosten decken und dann die Gemeindearbeit unterstützen. Außerdem, wird die Elektrifizierung des Geländes der erhöhten Sicherheit (Licht in den Abendstunden) dienen.

Es ist uns bei der Umsetzung der Projekte wichtig, die Partnerschaft mit den Projektpartnern zu stärken und gegenseitig voneinander zu lernen. Auch wenn die Kommunikation aufgrund kultureller Unterschiede nicht immer ganz einfach ist, ist es eine Freude im direkten Austausch, z.B. auf einer Projektreise, offene Fragen klären zu können. Während des letzten Jahres gab es leider einige Verzögerungen (auch die Projektkoordinatoren vor Ort arbeiten ehrenamtlich, was zu Zeitproblemen führen kann), sodass der für 2010 geplante Anschluss an das Stromnetz noch nicht erfolgen konnte. Mittlerweile wurde der Graben für die Verkabelung der Pumpe von den Gemeindemitgliedern gegraben und die Stromversorgungsfirma hat mit der Verkabelung vom Dorfzentrum zum Gemeindegelände begonnen. Der nächste Schritt wird dann den Bau einer Plattform für die Wassertanks beinhalten.

Segerea: Projekt „Women and Water for Life“

Am Rande der Millionenstadt Dar es Salaam liegt Segerea. Im letzten Jahr wurde das 2009 begonnene Projekt auf dem Gelände der Mennonitengemeinde fertig gestellt, mit dem die Lebenssituation von mehr als 750 Bewohnerinnen und Bewohner des Ortsteils verbessert und die Gemeindeentwicklung vorangebracht werden soll: Schlüssel ist die Versorgung von Menschen mit sauberem Trinkwasser, um einerseits Krankheiten zu verhindern, andererseits Einkommen zu schaffen, das in die Gemeindeentwicklung und einen Fonds für benachteiligte Kinder fließt (z.B. Unterstützung von Waisen und Halbwaisen zum Schulbesuch). Gefördert wird nun staatlich überprüftes und hygienisch einwandfreies Trinkwasser aus einem angelegten Bohrloch aus ca. 65 m Tiefe. Die hierfür angeschaffte Pumpe wird mit der Energie aus einer Photovoltaikanlage, deren Panels auf dem Kirchendach angebracht wurden, betrieben. Dies ist nicht nur annähernd CO2-neutral, sondern hat auch zum Ziel, die Abhängigkeit von teurem Strom zu verhindern. Das Wasser landet anschließend in den großen Tanks vor der Kirche, die als Zwischenspeicher dienen. Von dort wird das Wasser zu marktüblichen Preisen verkauft (vgl. Bilder). Das Projekt wurde zu ca. 75 % vom MH unterstützt, 25 % brachten Kirchengemeinde und Diözese auf.

Gemanagt wird der Betrieb der Anlage, der Verkauf des Wassers sowie die Verteilung des Erlöses und seinen Einsatz für Bedürftige durch ein „Water Committee“, dem überwiegend Frauen angehören (siehe ebenfalls Bild). Neben der Beratung durch die Kirchenleitung war diese Gruppe in Form von regelmäßigen Versammlungen maßgeblich an allen Planungsschritten vom Konzeptentwurf über die Realisierung bis zum heutigen Betrieb beteiligt. So konnte das Ziel einer „grass root level“-Planung mit den vor Ort Aktiven und Betroffenen realisiert werden und die Selbstbestimmung gestärkt werden. Die Gruppe wird das Projekt zusammen mit weiteren Personen, beispielweise von öffentlicher Verwaltung, von Juni bis Dezember 2011 einer Evaluation unterziehen, um zu überprüfen, inwieweit die gesetzten Ziele bislang erreicht wurden und wo ggf. die Effizienz noch nachhaltig gesteigert werden kann.

Wir sind dankbar und froh, dass dieses Vorhaben so gut umgesetzt wurde und dass wir hier einen verlässlichen Partner haben, mit dem der Austausch reibungslos und vertrauensvoll klappt. Dies macht Mut, weitere Schritte in die Zukunft gemeinsam zu gehen.

 

Helfen Sie mit! Unser Spendenkonto:
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