 |
|
Unsere Hilfe ist eine
Stimme gegen die Ungerechtigkeit auf der Welt, der viele Menschen ausgesetzt
sind Unsere Stimme ist ein Zeugnis unseres Glaubens und Multiplikator
für Gottes Heilsbotschaft in der Welt
|
|
|
Ghana
|
Bildung ist eine
Brücke von der Armut zur Hoffnung
(Kofi Annan, Generalsekretär der UN von 1997 bis 2006)
|
Die Mennonitengemeinde Frankfurt engagiert sich
in einem Schulprojekt in Sogakope, Ghana
|
|
Ein vertrautes Lied, von tanzenden, fröhlichen Kindern gesungen und in einem
schnellen Rhythmus von Trommelklängen begleitet – so werden wir in der St.
Michael Preparatory School in Sogakope begrüßt. Die Mädchen und Jungen haben
intensiv und, wie uns versichert wurde, mit viel Freude geübt. Jetzt singen sie
I have decided to follow Jesus und andere Lieder. Sie tanzen dabei und spielen
auf geliehenen Trommeln. Doch wie kam es überhaupt zu dieser Begegnung?
|
 |
|
Von einer Idee zum Projekt
|
|
Im Herbst 2005 entstand in unserer
Gemeinde (Mennonitengemeinde Frankfurt) die Idee, ein
Bildungsprojekt in Afrika zu unterstützen. Die
Festlegung auf Bildung wird von der Überzeugung
getragen, dass die Förderung der Bildung der beste
Weg zur Selbsthilfe ist! Doch in welchem Land könnten
wir uns engagieren? Welche Schule könnten wir
unterstützen? Die Gemeinde nahm sich die Zeit,
unterschiedliche Möglichkeiten abzuwägen. Wir
informierten uns über Schulen, die von Mennoniten in
Afrika geleitet bzw. gefördert werden und sind so auf
die Schule in Sogakope, Ghana aufmerksam geworden.
Warum gerade diese Schule? Die Schule ist vom
Mennonitischen Hilfswerk (MH) erbaut worden und wurde 2002 ihrer
Bestimmung übergeben. Für uns war das ein guter Ansatzpunkt, um
Kontakt mit dem dortigen Schulleiter, Henry Agu, aufzunehmen und von
ihm zu hören, wie die Schule arbeitet, was sie anbietet und leistet
und welchen Bedarf es gibt. Nach regem Emailaustausch mit Henry,
Diskussionen in der Gemeinde und Erfahrungsaustausch mit dem MH, hat
die Gemeinde in Frankfurt beschlossen, zuerst für ein Jahr die
Schule bei der Finanzierung der Lehrergehälter und Beschaffung von
Lehrmitteln zu unterstützen. Mittlerweile ist die Laufzeit von der
Gemeindeversammlung auf drei Jahre, bis ins Jahr 2011, erweitert
worden. Die Projektarbeit wird von einer Koordinierungsgruppe
geleitet, die auch dafür Sorge trägt, dass die Gemeinde gut
informiert und beteiligt ist. Unser Engagement in Sogakope ist eng
mit dem Mennonitischen Hilfswerk verbunden. In Henry Agu haben wir
einen zuverlässigen Partner gefunden, der uns über die
Mittelverwendung berichtet. Doch unser Engagement geht über den
reinen Geldtransfer hinaus. Als Gemeinde erfahren wir mehr über
das Leben in Ghana. So hat Henry uns ausführlich über das
ghanaische Schulsystem berichtet. Er hat uns die Geschichte
der Ewe-Ethnie vorgestellt, der er selbst und viele Menschen in der
Volta Region angehören. Mit ihm waren wir bei den ghanaischen Wahlen
„dabei“ oder wissen jetzt zum Beispiel, wie die Ewe Weihnachten
feiern und das Neue Jahr begrüßen.
|
|
|
St. Michael Preparatory School
|
|
Die St. Michael Preparatory School liegt im
ländlichen Bereich der Volta Region, in der Nähe von Sogakope, etwa
120 km östlich von Accra, der Hauptstadt von Ghana. Es ist eine arme
Region. Die Schüler und Schülerinnen stammen überwiegend aus
kinderreichen, armen Familien und ihre Eltern haben große Mühe, ihre
Kinder ausreichend zu ernähren. Nach der Gründung der Schule im Jahr
2002 wurden 40 Kinder – fünfzehn Jungen und fünfundzwanzig Mädchen
unterrichtet. Derzeit sind an der Schule 102 Kinder – 47 Jungen und
55 Mädchen. Sie werden in fünf Klassen unterrichtet. Hinzu kommen
ca. 18 Vorschulkinder, die in einer Vorschulklasse auf den
Unterricht vorbereitet werden. Das ghanaische Schulsystem umfasst
sechs Grundschulklassen. Darauf folgen dann drei Jahre Junior
Secondary School und drei Jahre Senior Secondary School.
|
 |
|
Der
Unterricht wird von 5 Lehrern und einer Lehrerin der Vorschule,
erteilt. Die Lehrer unterrichten alle Fächer in der jeweiligen
Klasse. Der Unterricht an der Schule erfolgt nach staatlichen
Unterrichtsplänen und wird vom staatlichen Schulinspektor in
regelmäßigen Abständen kontrolliert. Ein Lehrer-Eltern-Ausschuss
kümmert sich um die inhaltliche Ausrichtung und organisatorischen
Fragen.
|
|
Die Konfession der Kinder spielt keine Rolle bei der
Aufnahme der Kinder in die Schule. Die Mennoniten in Ghana haben
aber Einfluss auf die Schule. Henry ist gleichzeitig Prediger der
örtlichen Mennonitengemeinde und der Gründer der Schule, Michael
Badasu, kümmert sich als Koordinator um die Mennonitengemeinden in
Ghana.
|
|
Persönliches Kennenlernen in Sogakope
|
|
Nach zwei Jahren ausschließlichem Email-Kontakt
schien es uns an der Zeit, „unsere“ Schule persönlich
kennen zu lernen. Vor Ort wollten mir mit den Lehrern, dem
Schulleiter, den Kindern und deren Eltern schauen, was sie
brauchen. Gemeinsam mit Christoph Landes, dem Geschäftsführer des
Mennonitischen Hilfswerks, machten sich drei Mitglieder der Gemeinde
Frankfurt auf den Weg nach Sogakope.
|
 |
|
Wir konnten uns davon überzeugen, dass für die
Kinder in Sogakope der Zugang zur Bildung keine
Selbstverständlichkeit ist – es ist ein Privileg.
|
|
Und die Kinder erzählten uns: dass sie einen
langen Schulweg haben. Und dass sie in die Schule kommen ohne
gefrühstückt zu haben. Sie werden bis zu ihrer Rückkehr nach
Hause weder gegessen noch getrunken haben. Und die Lehrer ergänzten,
dass ein Schultag mit leerem Magen sehr lang werden kann und die
Herausforderung, dem Unterricht aufmerksam zu folgen,
dementsprechend sehr groß ist! Der Schulleiter fügte hinzu,
dass viele Kinder sich dann auch nicht in der Lage fühlen, diese
Herausforderung anzunehmen und erst gar nicht zur Schule kommen.
|
|
Die Kinder werden von so genannten „people
teachers“, d.h. Absolventen der Senior Secondary School
(vergleichbar mit Abiturienten in Deutschland) unterrichtet. Henry
Agu hat vor seinem Eintritt in den Schuldienst ein zweijähriges
theologisches Seminar absolviert. Er wählt die Lehrer aus. Schüler
der 5. Klasse erzählten, dass sie wegen der Unterrichtsqualität den
langen Weg zu dieser Schule auf sich nehmen. Die Lehrer und der
Schulleiter haben viele Ideen und engagierte Vorschläge, wie die
Schule sich entwickeln könnte. Wir wollen schauen, wie wir sie
unterstützen können!
|
|
Wie geht es weiter?
|
|
Da der Bedarf der Schule weit größer ist als das,
was wir als Gemeinde finanzieren können, möchten wir über die
Gemeindegrenzen hinaus einladen, uns bei der Weiterentwicklung der
Schule zu helfen.
|
 |
|
So wäre es mit Einführung einer einfachen
Schulspeisung möglich, den Kindern den Hunger zu nehmen, und sie für
die Schule zu motivieren. So könnten wir ein wenig an der Brücke von
der existentiellen Not zur Hoffnung für die Zukunft mitzubauen!
|
|
Ausgebildete Lehrer sind rar in Afrika. Und in
Ghana nimmt die Zahl der ausgebildeten Grundschullehrer ab.
Vielerorts unterrichten „people teachers“ die Kinder der
Grundschulen. Ihre Bezahlung liegt häufig unter der Armutsgrenze.
Unser Unterrichtsbesuch hat die Stärken, aber auch die Schwächen der
jungen Lehrer an ‚unserer’ Schule offenbart. Deshalb würden wir
ihnen gerne staatlich anerkannte Fortbildungen ermöglichen und damit
zur Steigerung der Unterrichtsqualität beitragen.
|
|
Seit knapp zwei Jahren unterstützen wir die Schule
in Sogakope. Durch die Verbesserung des Unterrichtsangebots sind
wir erste Schritte gegangen, viele Schritte können wir in der
Zukunft noch gemeinsam gehen!
|
|
Mit Eurer Unterstützung können die
gemeinsamen Schritte auf der Brücke von der Armut zur Hoffnung
größer werden!
|
|
|
|
Helfen Sie mit! Unser
Spendenkonto: Sparkasse Ingolstadt - Konto-Nr. 3616 - BLZ 721
500 00
zum Seitenanfang
Mennonitisches
Hilfswerk * Rottmannshart 1 * 85077 Manching * Tel:
+49 (0) 8459 - 33 29 605
Fax: +49 (0) 8459 - 6608 * eMail: info@menno-hilfswerk.de |